Titel: Neue Handelsbarrieren zwischen der EU und den USA erhöhen den Druck auf kleine Exporteure: Steigende Kosten und Herausforderungen bei der Einhaltung der Vorschriften

Die jüngsten Verschärfungen der Compliance-Prüfungen und der Zollpolitik in den USA und der EU stellen chinesische Exporteure vor neue Herausforderungen. Zu den wichtigsten Entwicklungen zählen die Ausweitung des Pilotprojekts des EU-Grenzausgleichsmechanismus für CO₂-Emissionen (CBAM) und die mögliche Verlängerung der Zölle gemäß Abschnitt 301 durch die USA. Dies versetzt viele kleine und mittlere Außenhandelsunternehmen in eine Situation der Unsicherheit hinsichtlich der Einhaltung der Vorschriften.

Die Erweiterung des CBAM treibt die Kosten für die Exportfertigung in die Höhe.

Die EU trat im Oktober 2023 in die Übergangsphase des kohlenstoffbasierten Emissionsmanagements (CBAM) ein und konzentrierte sich zunächst auf Branchen wie Stahl, Aluminium und Zement. Seit 2024 wurde der Anwendungsbereich schrittweise auf nachgelagerte Produkte wie Strom und Kunststoffe ausgeweitet. Dies bedeutet, dass Hersteller, die in die EU exportieren, nicht nur den CO₂-Fußabdruck ihrer Produkte berechnen, sondern auch zusätzliche Kosten für die CO₂-Berichterstattung tragen müssen. Einige Unternehmen berichten, dass die CO₂-Bilanzierung die Kosten pro Bestellung um etwa 3–5 % erhöht – eine erhebliche Belastung für Unternehmen mit kleinen Produktionsmengen und einem breiten Produktsortiment.

Unsichere US-Zollpolitik erhöht Risiken für Konsumgüterexporte.

Der US-Handelsbeauftragte (USTR) prüft derzeit, ob die Zölle gemäß Abschnitt 301 auf chinesische Waren, die Konsumgüterkategorien wie Elektronik, Möbel und Textilien betreffen, verlängert werden sollen. Obwohl noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist, hat die kurzfristige Unsicherheit bezüglich der Zölle bereits einige amerikanische Käufer veranlasst, Bestellungen zu verschieben oder chinesische Lieferanten um eine Beteiligung an den potenziellen Zollkosten zu bitten. Ein Exporteur merkte an: „Kunden fragen jetzt nach zwei Preisoptionen: mit und ohne Zölle. Die Verhandlungen ziehen sich eindeutig in die Länge.“

Schwellenländer ziehen mit Handelsbarrieren nach.

Beeinflusst von der Politik der EU und der USA verschärfen auch Schwellenländer wie Mexiko und die Türkei ihre Ursprungsprüfungen und Umweltstandards für Importe. Mexiko hat kürzlich seine Antidumpinguntersuchungen gegen asiatische Importe, insbesondere gegen Stahl und Keramik, intensiviert. Die Türkei plant, noch in diesem Jahr ein EU-konformes Kennzeichnungssystem mit Umweltzertifikaten einzuführen. Diese Entwicklungen zwingen einige Exporteure, ihre Lieferketten umzustrukturieren oder Produktionskapazitäten nach Südostasien oder Osteuropa zu verlagern.

Reaktionsstrategie: Aufbau von Compliance-Fähigkeiten als zentrale Wettbewerbsfunktion

Angesichts steigender globaler Handelsbarrieren müssen Exporteure drei Schlüsselbereiche stärken:

  1. Carbon Data Management – ​​Ein System zur Erfassung des CO2-Fußabdrucks von Produkten einrichten und international anerkannte Umweltzertifizierungen (z. B. EPD) anstreben.
  2. Diversifizierung der Lieferkette – Bewertung der Machbarkeit der Einrichtung von Überseelagern oder der gemeinsamen Produktion in Regionen wie Südostasien oder Mexiko zur Minderung der Risiken eines einzelnen Marktes.
  3. Sensibilisierung für die Zollplanung – Nutzen Sie die Ursprungsregeln im Rahmen von Freihandelsabkommen (z. B. RCEP) und optimieren Sie Ihre Strategien zur Warenklassifizierung und Preisgestaltung.

Abschluss

Das internationale Handelsumfeld wandelt sich vom Preiswettbewerb hin zum Wettbewerb um die Einhaltung von Vorschriften. Nur durch eine proaktive Anpassung an regulatorische Änderungen können Unternehmen ihre Position inmitten der Umstrukturierung globaler Lieferketten behaupten. Politische Entwicklungen werden in den kommenden sechs Monaten ein entscheidender Faktor für Exportaufträge bleiben.

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Veröffentlichungsdatum: 23. Januar 2026